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Coaching-News und Blog

Resilienz und was Coaching tun kann

Resilienz ist ein Wort, das sehr in Mode gekommen ist – auffällig an seinem plötzlichen Auftauchen ist, dass dies zeitgleich mit immer mehr Effizienzsteigerung in den Arbeitsprozessen (Stichworte: Arbeitsverdichtung / Arbeitsbeschleunigung) passiert.

Diese Entwicklung erhöht ja ganz konkret den Druck auf die arbeitende Bevölkerung. Wäre es da nicht schön, wenn alle ein bisschen an ihrer Resilienz gegenüber Stress arbeiteten?

Sicher ist es generell richtig, wenn wir das tun – ich komme auch gleich noch darauf – was mir daran allerdings nicht gefällt, ist die leise mitschwingende Unterstellung, dass es an den Betroffenen selbst läge, wenn sie dem Druck nicht standhalten, weil sie einfach nicht genug an sich gearbeitet haben…

 

Aber lassen Sie uns schauen, worauf Resilienz basiert und welche Fragen wir uns folglich stellen müssen:

  • Wer bin ich – welche Konstitution bringe ich mit (bin ich empfindsam oder robust), wie viel Belastung kann ich daher auf mich nehmen
  • Was hat mich geprägt – welche meiner Grundüberzeugungen sind förderlich, welche hinderlich zur Bewältigung meines Lebens und wie kann ich diese nutzen/respektive ändern
  • Was motiviert mich – welche Werte habe ich, was macht mich wirklich glücklich, gibt mir Sinn
  • UND: Wie passt das System, in dem ich mich befinde, zu alledem…

 

Coaching kann den persönlichen Erkenntnis- und Veränderungs-Prozess unterstützen, indem es Perspektivenwechsel und Einstellungsänderungen bewirkt, die zur Resilienzsteigerung führen. Es regt auch zu mentalen (oder physischen) Übungen, die neue Erkenntnisse ankern und neues Verhalten etablieren.

Resilienz Coaching Business

Resilienz und was Coaching tun kann

Ein Beispiel:

Nehmen wir an, eine Person ist verlässlich und schnell und obendrein ziemlich perfekt im Erledigen von Aufgaben. Diese Stärke hat sie entwickelt, weil sie dem Glaubenssatz folgt: „Nur wenn ich alles selbst mache, wird es richtig gut!“

Diese Person ist aber gleichzeitig von der Konstitution her eher zart.

Wenn sich nun der Druck von außen massiv erhöht, wird sie dennoch versuchen, der Situation mit ihrer Stärke des „perfekten Selbstmachens“ zu begegnen. Es ist leicht zu erkennen, dass dies in einer Überforderung enden muss.

Im Coaching-Prozess wird der Blick auf diesen blinden Fleck freigelegt und ein neuer zusätzlicher Glaubenssatz etabliert, der lauten könnte. „Wenn ich mit den richtigen Leuten zusammenarbeite, wird es noch besser und mir geht es gut“.

Das neue Verhalten muss dann erst einmal vom Gehirn akzeptiert werden, das bedeutet nicht nur „verstehen“ und „Commitment mit sich selbst“, sondern engmaschiges bewusstes Üben, damit das alte Erfolgsmuster losgelassen werden kann. Es braucht also tägliche individuelle Übungen. Hier könnte das anfangs zum Beispiel eine Übertreibung sein: „Bei allem, was ich mache, hole ich mir einen zusätzlichen Rat ein!“ und abends vor dem Einschlafen eine kleine Sammlung der positiven Erfahrungen, die das mit sich gebrachte erstellen.

Da die Person in unserem Beispiel konstitutionell eher zart ist, könnte sie sich noch eine Verordnung geben, die auf die Physis abzielt. Zum Beispiel einmal alle 1,5 Stunden (das Smartphone kann ein kleines Signal geben) die nach innen gerichtete Frage zu stellen: „ Wie geht es mir gerade?/ Was brauche ich jetzt?“ und dem dann auch angemessen nachzugeben. Das kann bedeuten: Ein Glas Wasser trinken, eine Dehnübung machen, einmal lüften und tief durchatmen, wenn möglich ein Power-Nap machen etc.

Zusätzlich ist es wichtig, dass die Person im Einklang mit Ihren persönlichen Werten lebt – und das auch im beruflichen Umfeld. Einen haben wir ja schon ermittelt „Perfektion“ oder milder ausgedrückt „Qualität“. Wenn also in dem System, in dem die Person arbeitet, die Qualität aufgrund von Effizienzsteigerungen/Einsparungen  sinkt, so wird das unserer Beispiels-Person großen Stress bereiten.

Sie wird, um diesen zu reduzieren nicht umhin kommen, auf kluge Weise das System zu „challengen“, um herauszufinden, ob es sich vielleicht doch in Richtung ihres wichtigen Wertes bewegen lässt. Das kann ein Gespräch mit dem Chef sein, in dem der Anspruch an Projekte und deren Priorisierung festgelegt wird. Das kann Netzwerkarbeit mit Stakeholdern im Unternehmen sein, um die Hebel in Bewegung zu setzen. Sollte all das aber keine Veränderung herbeiführen, dann darf sich unsere Beispiel-Person fragen, ob es letztlich keine Frage der eigenen Resilienz, sondern eher eine Frage der eigenen Lebensfreude ist und ob das System dazu passt.

 

Eurochambres Economic Forum in Rom

Gestern und vorgestern habe ich am EEF (Eurochambres Economic Forum), das in diesem Jahr in Rom stattfand, teilgenommen. Ich war dort auf Einladung des EWN (Eurochambres Women Network) und habe den Ceu, unseren Unternehmerinnen-Club, in dessen Beirat ich Mitglied bin, vertreten.

Eurochambres Economic Forum in Rom

Abgesehen davon, dass sich Rom in seinem schönsten Herbstlicht zeigte, die Tagung im eleganten 19. Jahrhundert-Ambiente des Hotel Plaza stattfand und durch eine Abendveranstaltung im antiken Hadrianstempel (145 nach Christus und seit 1878 Sitz der römischen Börse und Handelskammer) abgerundet wurde, bot die Konferenz spannende Vorträge und Workshops. Und natürlich die Gelegenheit, sich mit vielen interessanten Menschen zu vernetzen.

Freya Lemcke Managing Director Representation to the EU, Birgit Arens Senior Project Officer at EUROCHAMBRES, Dr Cristina Barth Frazzetta

Eurochambres Economic Forum

Ulrika Dierhoff Chamber of commerce Sweden
Dr Cristina Barth Frazzetta, Olivia Liebert Chamber of Commerce Potsdam

Teilnehmer waren Delegationen aller Europäischen Handelskammern, deren Vertretung in Brüssel, Experten und Unternehmer. Ziel war es eine Vision für unternehmerische Zukunft im Umfeld von „Wirtschaftskriegen“ (Brexit; USA:China; USA:Europa) und drängenden Herausforderungen (neue Technologien/Digitalisierung; Umwelt/Nachhaltigkeit) zu entwerfen, die Abstimmung der Kammern im Hinblick auf die neue EU-Kommission sowie die Erhebung unternehmerischer Anforderungen und Bedürfnisse an ihre Kammern.

Highlights für mich waren:

  • Der Vortrag von Enrico Giovannini, Professor an der Universität von Rom und ehemaliger Arbeitsminister. Er hob ausschließlich darauf ab, dass Nachhaltigkeit gewinnbringendes Business bedeutet und nicht etwa Verlust. Er wies nach, dass Unternehmen, die in Nachhaltigkeit investieren, zwischen 15% (große Organisationen) und 5% (KMU) mehr Gewinn erzielen als solche, die dies nicht tun.

„Wir reden bei grüner Ökonomie über Geopolitik, Sozialpolitik und Business – alles vereint sich hier!“

  • Der Workshop des EWN. Auf Basis einer vorgestellten Studie setzten wir uns in Kleingruppen mit dem Thema Herausforderungen für weibliche Unternehmerinnen/Gründerinnen und wie die Kammern diese besser unterstützen können auseinander.

Wesentliche Ergebnisse: Abbau von Administration in der Gründungsphase respektive praktische Unterstützung dabei; konkrete Unterstützung bei der Erstellung eines Business-Plans, insbesondere für Kleinst-Unternehmen; Vermittlung von Mentoren – anfangs männliche (Finanzierungs-Phase), später weibliche (als Role-Model in der Umsetzung); Unterstützung bei der Vernetzung von „Working Mums“ (Plattform zur Abstimmung von gemeinsamer Kinderbetreuung u.ä.); Weiterbildungs-Angebote zu Präsenz/Präsentation, Führung/Delegieren.

  • Unternehmerinnen / Handelskammervertreterinnen aus Griechenland, Kroatien und Tschechien, deren Lösungsideen stets kreativ-unkonventionell waren und mit viel Passion in ihren Ländern umgesetzt wurden.
  • Junge Frauen, die praktisch unterstützende Internet-Plattformen wie „WeGate“ und „Eu4Eu“ins Leben gerufen und damit große Communities kreiert haben.

Leseprobe „Unternehmensführung systemisch gedacht“ Barth Frazzetta | James

Der Countdown läuft! 
In weniger als einer Woche, gerade rechtzeitig zur Frankfurter Buchmesse, erscheint am 10.10. 2019 unser Buch
„Unternehmensführung systemisch gedacht – ein Weg zum integrierten Unternehmenserfolg“.
Neuerscheinung
Ich spreche von unserem Buch, weil ich es gemeinsam mit Claudia James, langjährige Top-Managerin (Mitglied der Geschäftsleitung) eines mittelständischen Unternehmens, geschrieben habe.
Wir beide entdeckten schon bald nach unserem Kennenlernen viele Ähnlichkeiten in unserer Sichtweise auf das Thema Führung.
So betrachten wir es zum Beispiel beide in einem umfassenden Sinne (Selbst-, Mitarbeiter-, Unternehmensführung) und sehen das Thema auch beide in starker Abhängigkeit zur jeweils herrschenden Definition von Erfolg. Wir sind beide der Meinung, dass wir (alle) gefordert sind, in unserem Lebens- und Arbeitsalltag auf Basis einer ganzheitlich ausgewogenen Definition von Erfolg zu handeln.
Daher hinterfragen wir in diesem Buch sowohl übergeordnete kulturell-philosophische Zusammenhänge als auch ganz reale Unternehmens- und Führungsanforderungen, die wir reflektieren und zu denen wir Lösungsansätze beschreiben.
Besonders spannend war in unserer Zusammenarbeit, dass wir bei aller Gemeinsamkeit doch zugleich durch unsere Arbeit ganz verschiedene Erfahrungen gesammelt haben:
Die handelnde Managerin und die psychologische Beraterin.
Wir haben uns deshalb entschieden, zu jedem Thema abwechselnd zu schreiben, was vielfältige Einblicke erlaubt und das Buch – davon sind wir überzeugt – besonders abwechslungsreich macht.
Damit Sie einen Vorgeschmack auf unsere Einstellungen, Herangehensweisen und unseren Stil bekommen, stelle ich Ihnen heute hier die Leseprobe unseres Verlages, Schäffer&Poeschel, zu Verfügung.
Ich wünsche Ihnen Freude an der Lektüre und bin sehr auf Ihr Feedback gespannt.
Cristina Barth Frazzetta

 

Schlafforschung: Wieviel Schlaf ist normal?

Die Forschung bestätigt wieder einmal etwas, das uns der normale Menschenverstand immer schon sagte:
Die Schlaf-Einspar-Helden in unserer 24/7-Welt kommen mit gebremster Energie, geringerer Konzentrationsfähigkeit und einer Neigung zu Fehlentscheidungen zur Arbeit.
Ich unterstelle darüber hinaus, dass sie eine höhere Reizbarkeit aufweisen, mit anderen Worten, keine sehr verträgliche Laune mitbringen – das war allerdings nicht Bestandteil der Studie.

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Ersetzt künstliche Intelligenz bald Manager?

Fortschreitende Digitalisierung und die Verbesserung von künstlicher Intelligenz findet in einem rasanten Tempo statt. Es stellt sich die Frage, welche Konsequenzen dies in Zukunft haben wird und vor welche neuen Herausforderungen Führungskräfte und Mitarbeiter gestellt werden.

Julian Birkinshaw, Professor für Strategie und Entrepreneurship an der London Business School, beschäftige sich in einem höchst interessanten Artikel mit diesen Fragen.

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Personalführung / Sandwich-Methode

Sowohl der Artikel von Frau Götsch, 
als auch der Kommentar von Herrn Hornung sprechen mir aus dem Herzen!
 
Hier ein Tipp:
die 3+1-Methode bei kritischem Feedback ist einfach und klar:
1. Mit Beispielen beschreiben, worum es geht
2. Die sachlich-dinglichen und gruppendynamischen Auswirkungen aufzeigen
3. Die (emotionale) Auswirkung auf einen selbst benennen (z.B. Ärger; Beunruhigung; Enttäuschung etc)
+ 4. Wenn 1-3 verstanden wurde: den/die MitarbeiterIn fragen, wie die Lösung aussehen soll und eine Vereinbarung treffen.
 
Und dann noch dies: Positives Feedback / Lob fällt zwar leichter, wird allerdings viel zu häufig vergessen.
© Dr. Cristina Barth Frazzetta
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