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Ersetzt künstliche Intelligenz bald Manager?

Fortschreitende Digitalisierung und die Verbesserung von künstlicher Intelligenz findet in einem rasanten Tempo statt. Es stellt sich die Frage, welche Konsequenzen dies in Zukunft haben wird und vor welche neuen Herausforderungen Führungskräfte und Mitarbeiter gestellt werden.

Julian Birkinshaw, Professor für Strategie und Entrepreneurship an der London Business School, beschäftige sich in einem höchst interessanten Artikel mit diesen Fragen.

Es steht außer Frage, dass digitalisierte Unternehmen – unterstützt durch Systeme der künstlichen Intelligenz – komplexe wirtschaftliche Aktivitäten effizienter koordinieren können als Menschen. Deutlich geringere Transaktionskosten sind die Folge. Produkte zu bestellen erfordert in der Zeit der künstlichen Intelligenz lediglich einen Satz, beispielsweise: „Alexa, bestelle neues Hundefutter.“ Sämtliche Prozesse, die dazu führen, dass 24 Stunden später eine Lieferung zu Hause ankommt, laufen dann automatisiert ab.

Nichtsdestotrotz gibt es Bereiche, in denen wir Menschen der künstlichen Intelligenz überlegen sind. Vor allem hinsichtlich Kreativität, Emotionalität und Intuition können Maschinen uns nicht ersetzen. Und genau diese drei Faktoren sind essentiell, um ein erfolgreiches Unternehmen zu etablieren.

Jede Firma muss eine Balance finden, vorhandene Ressourcen optimal zu nutzen und sich gleichzeitig weiterzuentwickeln. Das Arbeiten und das bestmögliche Nutzen der Ressourcen kann uns durch künstliche Intelligenz abgenommen werden. Auch bei der Entwicklung von Strategien liefert künstliche Intelligenz teilweise bessere Ergebnisse als der Mensch (Beispiel: AlphaGo).

In einem Bereich bleibt der Mensch jedoch klar überlegen: dem sensiblen Abwägen der Möglichkeiten. Entscheidungen trifft man nicht ausschließlich nach Zahlen, Daten, Fakten und vorherigen Berechnungen. Auch Gefühle, Emotionen und Intuition spielen hierbei eine große Rolle. Das schafft künstliche Intelligenz bisher nicht. Sie benötigt feste und gleichbleibende Parameter, um zu errechnen, welche Entscheidung „die beste“ ist. Um langfristig erfolgreich zu sein, treffen Manager manchmal jedoch auch Entscheidungen, die auf kurze Sicht erst einmal schlechter sind. Oder sie schauen über den Tellerrand und treffen unkonventionelle Entscheidungen und gehen damit auch ein Risiko ein. Doch genau diese Art zu denken, zu riskieren und neue Wege zu gehen, braucht es für den Erfolg in der heutigen Zeit.

Zuletzt sei die Mitarbeitermotivation genannt, die sich eben nicht extrinsisch erzwingen lässt. Die Bereitschaft zu Mehrarbeit, eine hohe Produktivität und Kreativität sowie Commitment, lassen sich nicht durch bloße Berechnungen erzielen. Dafür benötigt ein Unternehmen wirkliche Leader. Menschen, welche die Arbeit jedes einzelnen wertschätzen. Menschen, die den Mitarbeitern den Sinn der Arbeit auch emotional vermitteln können. Menschen folgen keinen Systemen, sondern (inspirierenden) Führungskräften.

Künstliche Intelligenz folgt gewissen Algorhythmen. Herausforderungen und Probleme werden dadurch immer ähnlich, mit derselben „Denkweise“gelöst.

Um jedoch Kreativität und Weiterentwicklung beizubehalten, müssen wir ein „outside-the-box“-Denken fördern. Dazu gehört es auch, (einmalig vorkommende) Fehler zu akzeptieren und gemeinsam zu analysieren, anstatt sie abzustrafen. Denn nur in einem wertschätzenden, vertrauensvollen Umfeld kann Kreativität und Intuition wachsen und neue Ideen bringen.

Genau das stellt Führungskräfte auch in der heutigen Zeit noch vor eine große Herausforderung.

https://hbr.org/2018/08/whats-the-purpose-of-companies-in-the-age-of-ai?xing_share=news

© Dr. Cristina Barth Frazzetta

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