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Frauen in Aufsichtsräten

Frankfurter allgemeine Zeitung

Der FAZ-Artikel zum Thema Frauenanteil in deutschen Aufsichtsräten berichtet, dass zwar seit Einführung des 30% Quotengesetzes Bewegung in die Aufsichtsratsgremien gekommen ist, dass aber immer noch ein weiter Weg zurückgelegt werden muss, bevor die (Gender-)Diversity ausgeglichen ist und Effekte zeigen wird.
Es gilt auch weiterhin, dass Frauen netzwerken müssen oder besser gesagt, nützliche Seilschaften schaffen müssen, um überhaupt vom Radar erfasst zu werden. Einmal im AR angekommen müssen sie sich dort weiterhin vernetzen und positionieren, um nicht einfach nur anwesend zu sein, sondern auch an strategisch wichtigen Aufgaben beteiligt zu werden.

Dies alles ist unwidersprochen wichtig –  und doch enthält der Rat an zukünftige Kandidatinnen für meine Ohren eine kleine Dissonanz:

„ Außerdem ist (sei) ein klares Profil, was Kenntnisse und Erfahrung angeht, viel hilfreicher als eine Zertifizierung, die viele Frauen als Türöffner für den Aufsichtsrat missverstehen (würden).“

Es ist natürlich richtig, dass Kenntnisse und Erfahrung wichtig sind, ja, sie sind sogar die Voraussetzung! Es ist Teil 2 des Satzes, der mir nicht gefällt.

CBF Coach NewsLassen Sie mich einen Vergleich zu Hilfe nehmen. Stellen Sie sich vor, ein Manager bekommt aufgrund seines fachlichen Könnens eine neue Position, die zusätzlich noch Mitarbeiterführung beinhaltet. Er tut meiner Meinung nach doch gut daran, etwas Kompetenz im Bereich Führung zu erwerben, um seinen weiteren Erfolg nicht dem Zufall zu überlassen.

In Zusammenarbeit mit einer bekannten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft habe ich 2014 und 2015 Schulungen für eine Gruppe qualifizierter AR-Kandidatinnen durchgeführt. Meine Aufgabe bestand darin, das Augenmerk auf die Softskill-Seite dieser Art Gremienarbeit zu legen: Selbstreflexion und Präsenz, Kommunikationsmuster und Genderunterschiede, Verhandlungs- und Konfliktmanagement usw. – all das ist nützliches Rüstzeug. Mindestens ebenso wichtig war jedoch die spezifische inhaltliche Weiterbildung, denn für die Damen war vieles davon Neuland und das trotz hoher sonstiger Kompetenz und eindeutiger Qualifikation für einen AR-Posten! Ich frage mich daher auch, ob sich das bei männlichen Kandidaten nicht ähnlich verhält…

Sicher, es ist „typisch“ für Frauen (zumindest für sehr viele), zu denken: „Zuerst brauche ich noch mehr Qualifikation – am besten auch ein Zertifikat – erst dann fühle ich mich bereit“, aber ganz ehrlich: Daran kann nichts falsch sein, wenn es um eine so große Verantwortung geht.

Fazit: Das Beste ist die Kombination aus passendem Erfahrungs- und Kenntnis-Profil und spezifischer Weiterbildung.

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/frauen-im-aufsichtsrat-wichtige-ausschuesse-sind-noch-von-maennern-dominiert-14555902.html?xing_share=news

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