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Courageous Speaking

Auch wenn er im Hamlet-Drama eine zwielichtige Rolle spielt, spricht Polonius zumindest hier eine Wahrheit:

This above all: to thine own self be true,
And it must follow, as the night the day,
Thou canst not then be false to any man.
Farewell, my blessing season this in thee!

Shakespeare, Hamlet, Polonius, Act 1, scene 3, 78–82

Polonius spioniert zwar – seiner Forderung nach Ehrlichkeit zum Trotz -Hamlet für den König aus, aber dennoch mag uns dieses Shakespeare-Zitat dazu dienen, hier eine der wichtigsten Eigenschaften des Coaches genauer zu betrachten.

Shakespeare meint hier etwas sehr Umfassendes, nicht allein Selbst- erkenntnis, Selbsterfahrung, Selbstbewusstsein, sondern eine wahrhaft tiefe Ehrlichkeit mit sich selbst. Alles „Falsche“ sollen wir vermeiden – so lässt er zum Beispiel das Leihen von Geld von Polonius als eine Falschheit gegenüber sich selbst bezeichnen…

Ein gutes Leben – eines, das für einen selbst und andere gut ist – hält

Shakespeare nur auf Basis dieser gründlichen Ehrlichkeit mit sich selbst für möglich.

Tatsächlich beginnt „Courageous Speaking“ daher auch mit einem Selbst-Gespräch, denn nur dann können wir anderen gegenüber wirklich ehrlich sein, ohne Recht haben zu wollen.

Dies gilt natürlich für alle Arten menschlicher Beziehung, ganz gewiss aber für die des Coaches zu seinem Klienten. Es gehört sogar zu seinen professionellen Techniken!

Gründliche Selbstklärung:

Wer bin ich? Was bezwecke ich mit dem Beruf des Coaches? Wie viel Machthunger habe ich? Wie viel Angst davor, mich selbst in einer Organisation zu bewähren? Welche Themen schleppe ich selbst mit mir, die mein Verständnis der Welt möglicherweise beeinflussen?

Nach innen gerichtete Aufmerksamkeit auf das Thema des Klienten / die Situation:

Was genau nehme ich wahr? Was davon hat möglicherweise mit mir selbst zu tun? Wie viel Wertschätzung habe ich für den Klienten? Welche Vorbehalte / Vorurteile / wie viel Rechthaberei machen sich bemerkbar? Was erscheint mir ungewöhnlich? Was widerspricht meinen eigenen Werten und Prinzipien? Was möchte ich dem Klienten jetzt zur Verfügung stellen – was zu einem späteren Zeitpunkt – was gar nicht und weshalb? …

Risiko eingehen:

Es ist möglich, dass wir nicht verstanden werden, dass wir falsch liegen, dass wir abgelehnt werden, ja, sogar dass wir verlassen werden!

Das größte Risiko im Leben ist es jedoch, kein Risiko einzugehen…

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