Go to Top

„Schlechte Laune – schlechte Ergebnisse“

Manchmal mag man es kaum glauben, welche Banalitäten doch noch einmal der Erwähnung wert sind!
Oder ist es tatsächlich so, dass deren Erwähnung Not tut?
Sollte es womöglich so sein, dass wir diese simple Formel mit der der Artikel im Harvard Business Manager überschrieben ist, neu lernen müssen?
Dass wir Untersuchungen und Apps zur Absicherung und Messung des Zusammenhangs dieser beiden Faktoren brauchen?
Aber selbst wenn das so ist, was genau ist dann wohl mit „…kultivieren Sie gewünschte Gefühle durch emotionale Ansteckung und `Tiefenhandeln´“ gemeint?

CBF Coach NewsAls Coach, der sich qua Profession mit Unternehmenskulturen, Stimmungen und subtilen Botschaften auseinandersetzt, kann ich mir dazu zwar etwas vorstellen, als Manager wäre ich allerdings spätestens an dieser Stelle völlig abgehängt und würde fragen: Wie genau geht das?

Ich glaube übrigens nicht, dass es der wissenschaftlichen Aufarbeitung oder gar technischen Messung bedarf – insbesondere letzteres unterstellt Menschen in Arbeitszusammenhängen nahezu Seelenblindheit! „Gefühle zielstrebig managen“ hört sich vielmehr nach Funktionalisierung und Kommerzialisierung von Emotionen an.

Was unbestritten wichtig ist – und dazu regt der Artikel immerhin an – wie im privaten, so auch im beruflichen Zusammenhang die Umgangskultur und deren Auswirkung zu reflektieren, weil schließlich ein großer Teil persönlicher Lebenszeit davon beeinflusst wird. Um selbst steuernd darauf einwirken zu können, muss ich den Effekt, den die Umgangskultur hat, nämlich erst einmal wahrnehmen. Im zweiten Schritt muss ich meine Wahrnehmung – ganz ohne den Einsatz einer App – ernst nehmen. Erst dann wird mir eventuell eine zur Situation passende Haltung und Lösung einfallen.

Hier lohnt es sich mitunter, wie im Artikel indirekt vorgeschlagen („Erklären Sie ausdrücklich, welche Emotionen zum Erfolg des Unternehmens beitragen werden“) zu fragen, ob die Umgangsformen zu den vom Unternehmen proklamierten Werten passen und ggf. auf dieser Basis neue Verabredungen zu treffen.  Denn, wenn in Leitlinien ausgegebene Wertvorstellungen auf die Handlungsebene jedes Arbeitsplatzes herunter gebrochen werden, sind sie äußerst hilfreich (anderenfalls bleiben sie jedoch bekanntermaßen plakativ).

Entscheidend ist dann, ob es gelingt, diese Verabredungen auch zu leben und wenn man selbst Führungskraft ist, darin sogar ein glaubwürdiges Vorbild zu sein!

Ich vermute, dass es das war, was im Artikel mit: „kultivieren Sie gewünschte Gefühle durch emotionale Ansteckung und „Tiefenhandeln““ gemeint war.

http://www.harvardbusinessmanager.de/blogs/schlechte-laune-schlechte-ergebnisse-a-1080052.html

© Dr. Cristina Barth Frazzetta

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Visit us on LinkedinProfil bei XingE-Mail sendenEnglish