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Rückzug und zynische Kommentare deuten auf Burn-Out hin

Dieser kleine Randartikel im Focus-online-Magazin befasst sich mit den Warnsignalen des Burn-Out-Syndroms.

Es wiCBF Coach Newsrd darin auf die Verantwortung der Umgebung und – für meinen Geschmack ein wenig zu indirekt – auf die Fürsorgepflicht der Führungskraft verwiesen. Letzteres ist tatsächlich noch wichtiger als im Artikel beschrieben. Denn nicht nur, dass die Person selbst selten ein Bewusstsein von ihrem fatalen Bemühen, alles zu schaffen, hat, also erst von außen darauf hingewiesen werden muss, sondern auch die Umgebung hat dafür meistens keines!

Die von den Autoren beschriebenen Verhaltensweisen „Zynismus“ und „Rückzug“ nehmen nämlich auf der von Freudenberger beschriebenen 12-Stufen-Skala bereits Platz 8 ein! Das heißt die betroffene Person ist nur noch 3 Schritte von der totalen Erschöpfung entfernt!

Die vorausgehenden, subtileren Warnsignale wie z.B. Stadium 2 „verstärkter Einsatz“ werden vom umgebenden System meist durchweg gut geheißen und belohnt!

Hier ist die Führungskraft gefragt, hier kann sie noch Weichen stellen! Das allerdings setzt eine Reflektion der eigenen Einstellungen voraus und eine genauere Kenntnis der frühen Symptome.

Freudenberger, ein klinischer Psychologen aus den USA, der den Begriff in den frühen 1970ger Jahren einführte, brachte die Ursache für den fatalen Erschöpfungsteufelskreis einmal folgendermaßen auf den Punkt:

„Als Ursache von Burnout ist der Versuch einer Person, unrealistische Erwartungen (ob selbst gesetzt oder vom Wertesystem der Gesellschaft aufgezwungen) mit allen verfügbaren Kräften zu verwirklichen.“

Der Artikel benennt außerdem – das allerdings eher beiläufig ganz am Ende – eine weitere wichtige Tatsache: die „Fehlzeiten“! „Fehlzeiten“ , das bedeutet übersetzt, dass die betroffene Person so sehr leidet, dass sie ihren Lebensalltag nicht mehr bewältigen kann und der Pflege bedarf! Fehlzeiten bedeuten aber auch, dass die verbleibenden Arbeitskräfte / Teammitglieder stärker – vielleicht sogar über Gebühr – gefordert werden, um den entstandenen Leistungsausfall zu kompensieren. Fehlzeiten bedeuten weiterhin, dass das Unternehmen durch Lohnfortzahlung ohne Gegenleistung und die Solidargemeinschaft durch Inanspruchnahme des Gesundheitswesens finanziell belastet werden.

Es handelt sich also in jeder Hinsicht um einen Ernstfall!

Ein Ernstfall, den unser kuratives Gesundheitswesen selten erfasst, denn Burnout ist keine im ärztlichen Diagnosenschlüssel definierte Erkrankung, sondern lediglich die Beschreibung des Weges in die totale Erschöpfung von H.J. Freudenberger,  an dessen Ende die eigentliche seelische oder körperliche Krankheit steht: Und streng genommen setzt unser staatliches Gesundheitswesen, sprich die Kassenleistung erst dann ein! Auf dem langen Weg vorher sind immer Familie, Freunde, Kollegen und Vorgesetzte gefragt!

http://www.focus.de/finanzen/karriere/arbeit-rueckzug-und-zynische-kommentare-deuten-auf-burn-out-hin_id_4512017.html

© Dr. Cristina Barth Frazzetta

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