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Karriere und Konflikte: Psychospielchen im Management

Frau Leitner, Dipl. Psych. und Karriereberaterin, wird in dem SPIEGEL-Interview zu ihrer These :

„In Konzernen machen sich Ego-Typen breit – Psychospiele im Management“ befragt.

 CBF Coach NewsEs gefällt mir nicht, wenn etwas als die reine Wahrheit dargestellt wird. Ich habe dann immer den Verdacht, dass es sich eher um ein Modethema handelt, das eilfertig bedient wird, oder dass hier einfach gezielt polarisiert wird, um (mediale) Aufmerksamkeit zu erregen…

Es gefällt mir auch nicht, dass Frau Leitner ihre Klienten als „heulend“ und „jammernd“ beschreibt, zeugt das doch von einem Blick von oben herab, also einem Stück Selbst-Überhebung – das übrigens leider nicht selten bei Beratern vorkommt. Kurioser Weise handelt es sich dabei genau um jene von Frau Leitner beschriebene „Eltern-Ich“-Haltung, die gern zur Sicherung der eigenen Machtposition eingesetzt wird…

Außerdem kann ich mir wahrlich nicht vorstellen, dass Frauen in Führungspositionen unrealistische Ziele nicht erkennen und hinterfragen – sie müssten sich in diesem Fall die Kritik an ihrer Kompetenz doch zu Recht gefallen lassen…

Und dann noch die absurde Behauptung: „Viele Chefs lernen in Schulungen, wie man andere systematisch manipuliert oder fertigmacht.“ das grenzt nun geradezu an eine Verschwörungstheorie!

Ich kann nur hoffen, dass Frau Leitner selbst nicht ernsthaft daran glaubt…

Was ich sehr wohl erlebe ist, dass oft gerade diejenigen Manager, die sowohl fachlich als auch sozial kompetent sind, weniger Taktiken zur Durchsetzung ihrer Ziele einsetzen. Sie glauben, dass gute Arbeit schon das ihrige tue. Darüber hinaus schützen sie Schwächere  oft sehr lang, indem sie ihnen Chancen einräumen, sie unterstützen und sich selbst nicht in den Vordergrund stellen. Dabei sind Frauen in der Tat ein wenig in der Überzahl, aber auch das ist weniger eine Frage des mangelnden Selbstwertgefühls als einer grundsätzlich anderen Einstellung zum Erfolg oder zu dem, was Erfolg ist.

Die Reflexion der Situation und der eigenen Einstellungen im Coaching führt dann oft zu der Erkenntnis, dass es  im Sinne des Ganzen wichtig ist, die Macht zu ergreifen, um wirken zu können und dass es deshalb erlaubt, wenn nicht notwendig ist, nach dem Grundsatz „Be good and talk about it“ zu handeln  – vorausgesetzt „Be good“ ist erfüllt!

http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/karriere-und-konflikte-psychospielchen-im-management-a-1011453.html

© Dr. Cristina Barth Frazzetta

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